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Genetik der Langlebigkeit – neue Impulse für die Hundezucht

Eine aktuelle Studie am Cavalier King Charles Spaniel konnte erstmals genetische Faktoren identifizieren, die mit einer deutlich erhöhten Lebenserwartung assoziiert sind. Dabei zeigten sich neun Gene von besonderem Interesse, die unter anderem an DNA-Reparatur, Immunabwehr, Kollagenstoffwechsel und Energiehaushalt beteiligt sind. Bemerkenswert ist, dass einzelne Kollagen-Gene möglicherweise sogar einen Zusammenhang mit typischen Herzleiden herstellen – einer der häufigsten Todesursachen vieler Hunde [1].

Für die Zuchtpraxis bedeutet dies: Langlebigkeit ist kein Zufall, sondern auch genetisch mitbestimmt. Erkenntnisse wie diese eröffnen langfristig die Möglichkeit, Gesundheit und Lebensdauer gezielt in die Zuchtplanung einzubeziehen. Voraussetzung ist jedoch, dass Ergebnisse in größeren Populationen und über verschiedene Rassen hinweg bestätigt werden [1, 2].

Wichtige Botschaft für Züchter aller Rassen: Langlebigkeit entsteht durch ein Zusammenspiel von Genetik, Umwelt und sorgfältiger Zuchtwahl. Jede neue wissenschaftliche Erkenntnis zu genetischen Faktoren liefert einen weiteren Baustein, um Zuchtentscheidungen nicht nur an Schönheit oder Leistung, sondern konsequent an Gesundheit und Vitalität auszurichten.

Literatur

1. Hytönen MK, Salmela E, Pikkarainen S, et al. Identification of genes associated with longevity in dogs: 9 candidate genes described in Cavalier King Charles Spaniel. PLoS Genet. 2024;20(9):e1011637. doi:10.1371/journal.pgen.1011637. Volltext

2. Fieten H, Leegwater P. Genomics in canine breeding: impact on selection for health and longevity. Vet J. 2021;270:105623. doi:10.1016/j.tvjl.2021.105623.

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